Rassismus und Kolonialismus haben unser Zusammenleben als Gesellschaft geprägt und tun es weiterhin. Viele Stimmen sind gerade laut, die sagen „Jetzt ist der Moment etwas zu verändern.“ Dieser Moment ist jetzt- dieser Moment war aber auch vor 3,5 Monaten in Hanau, dieser Moment war auch vor einem Jahr, vor drei Jahren und vor 50 Jahren. Deutschland hat ein Rassismusproblem.

Was hat das mit mir zu tun?

Dieser und vielen anschließenden Fragen, wollen wir uns in diesem Workshop widmen. Wir betrachten inwiefern Diskriminierungen unsere Gesellschaft prägen und Linien ziehen. Wann wird Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe verwehrt und wann profitiere ich von den Barrieren, die andere spüren? Es geht um eine Auseinandersetzung mit der eigenen Position im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Dabei werden wir diese nicht als alleinstehend und unabhängig voneinander betrachten, sondern in ihren Verflechtungen und ihrem sich gegenseitigen Bedingen (Intersektionalität). Dazu werden wir uns interaktiv mit historischen Fakten beschäftigen und uns mit der Wirkung von Rassismus auf die verschiedenen Positionierungen im heutigen Deutschland beschäftigen.

Wir lernen durch ‚neudenken‘ oder ‚umdenken‘

Dafür werden wir der Gruppe Impulse geben. Zu Beginn wollen wir eine gemeinsame Basis schaffen, indem wir Begrifflichkeiten klären, kontextualisieren und Wissen der Teilnehmenden aktivieren. Assoziationsketten, Denkstrukturen und Handlungsmuster wollen wir dabei genauer unter die Lupe nehmen und reflektieren. In wechselnden Einheiten, zwischen Großgruppen- und Kleingruppenarbeit, gehen wir dann schrittweise in die Vertiefung und wollen die Brücke schlagen zwischen Theorie und der Praxis. Hierbei ist es uns wichtig einen sicheren Raum zu schaffen, unter Einbezug und Wertschätzung unserer Biografien, der in einem parallellaufenden Gruppenprozess wachsen kann.

Es soll die Möglichkeit geben, sich bei einem »digitalen« Walk and Talk auszutauschen, einen Perspektivwechsel mit Positionbarometer zu wagen oder mit Ted Talks in die Diskussion gehen. Wir verstehen unsere Arbeit als einen dynamischen, partizipierenden und in Wechselwirkung stehenden Prozess, den wir mit unserem Wissen und Expertise begleiten.

Referentinnen

Jehan el Rhomri ist seit über 10 Jahren im Bereich politische Bildung aktiv und Referentin für politische & transkulturelle Bildung, machtkritische Bildung sowie Diversity und Empowerment Trainerin*. Jehan positioniert sich selbst als Person of Color und ist tief verbunden mit ihren marokkanischen Wurzeln. Neben ihrem Studium der kulturellen Anthropologie und außereuropäischen Soziolgie in Amsterdam, sowie Agrarwissenschaften in Berlin wurde sie im Bildungskollektiv FairBindung e.V. in Richtung Diskriminierunssensibilität, globale Zusammenhänge, Rassismus und Intersektionalität, Privilegien und ökologische Ungerechtigkeit aktiv. Jehan hat zahlreiche Workshops für diverse Träger, Einrichtungen und Organisationen im Entwicklungspolitischen Kontext und in der Jungerwachsenenbildung organisiert (u.a. UNESCO Kommission, Goethe Institut, GIZ, Engagement Global, Diakonie Kathastrophenhilfe, Greenpeace uvm.). Zum gegebenen Zeitpunkt studiert sie Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Fanny Kulisch hat Lehr-, Lern-, und Trainingspsychologie und Management studiert und arbeitet als Trainerin in der politischen Bildungsarbeit sowie als Tänzerin. Sie hat verschiedene Weiterbildungen zu Antirassismus absolviert, u.a. Anti- Bias- Ausbildung beim Anti- Bias- Netzwerk, Weimar und Anti-Rassismus-Training Phoenix e.V., Berlin. Fanny hat zahlreiche Workshops für diverse Träger, Einrichtungen und Organisationen organisiert (u.a. UNESCO Kommission, Volkshochschule Berlin, Engagement Global), u.a. zu Vor-, Zwischen- und Nachbereitungsseminaren von Auslandsaufenthalten , themenspezifische Workshops zu Dekolonialisierung von Körpern und Fortbildungen zum Aufbau von Kompetenzen in der Gestaltung von diskriminierungssensibler politischer Bildungsarbeit.

Zielgruppe

Dieser Workshop richtet sich an Interessierte aller Geschlechter.

Details

Beginn:
16. Oktober 2020, 18:00 Uhr
Ende:
17. Oktober 2020
Anmeldung bis:
7. September 2020
Kategorie:
Workshop
Gruppe:
sdWomen
Veranstaltungsort:
Online (Zoom-Konferenz)

Angaben zur Anmeldung

Für Eure Teilnahme müssen wir eine kleine Gebühr erheben, die das Honorar der Referentinnen deckt. Stips zahlen 10 Euro, Alumni 30 Euro.

Achtung: Bitte wundert Euch nicht, wenn ihr nicht direkt nach Anmeldung in der Teilnehmer-Liste erscheint. Wir prüfen, ob ihr die Gebühr gezahlt habt und schalten Euch dann frei. Dies kann ggf. einige Tage dauern. Ihr bekommt aber direkt nach Eurer Anmeldung eine Mail von uns, damit ihr wisst, dass alles geklappt hat.

Programmablauf

Freitag, 16. Oktober 2020

18:00 - 21:00
Input in der großen Gruppe sowie Wechsel in Kleingruppen

Samstag, 17. Oktober 2020

09:00 - 12:30
Input in der großen Gruppe sowie Wechsel in Kleingruppen

Anmeldung

Die Veranstaltung kann nicht mehr gebucht werden!