Musliminnen mit türkischem Namen, die ein Kopftuch tragen, müssen sich viermal so oft bewerben, um für ähnlich viele Bewerbungsgespräche eingeladen zu werden wie Bewerberinnen mit deutschem Namen, die kein Kopftuch tragen. Das zeigt eine Studie aus dem Jahr 2016.

(Doris Weichselbaumer (Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit, 2016): "Discrimination against Female Migrants Wearing Headscarves", S. 12 f.)

Auch bei der Jobvermittlung kommt es zu rassistischer Diskriminierung. Das zeigt ein Experiment, für das Wissenschaftler fiktive E- Mails mit deutsch, türkisch und rumänisch klingenden Namen an Jobcenter verschickt haben. Die Behörden antworteten zwar auf alle Mails, schickten den Fragesteller*innen mit ausländischen Namen aber häufiger unzureichende und weniger detaillierte Informationen.

(Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (2017): Pressemitteilung vom 8. September 2017, "Besser Schneider oder Schmidt heißen")

Rassismus hat viele Facetten, und findet im privaten wie im öffentlichen Kontext statt. Besonders am Arbeitsmarkt begegnen BlPoC (Black, Indigenous, People of Color) häufig Diskriminierung mit teils erheblichen Auswirkungen. Daraus ergeben sich Probleme aus zweierlei Perspektiven:

  • Zum einen aus der Sicht des Individuums, welches trotz seiner Qualifikation nicht denselben Zugang zu Arbeitsplätzen und Entwicklungsmöglichkeiten erhält wie andere.
  • Zum anderen, dass personelle Ressourcen und Potenziale auf dem Arbeitsmarkt aufgrund von impliziten oder expliziten Rassismen nicht genutzt werden.

Verantwortung zu übernehmen bedarf neben dem Wissensaufbau auch der Sensibilisierung, der kritischen Selbstreflexion sowie der Vermittlung und Aneignung einer Multiplikator:innenrolle. Mit dem Thema Rassismus umgehen zu lernen, bedeutet für uns, uns weiterzubilden, zuzuhören, uns der eigenen Privilegien bewusst zu werden, zu erkennen, wann wir auch einmal in den Hintergrund treten können, sich und andere gegen rassistische Äußerungen verteidigen zu lernen, Wissen weiterzugeben und vieles mehr. Diesen Prozess anzustoßen und Multiplikator:innen für antirassistisches Handeln auszubilden, ist Ziel dieses Seminars.

Im dreitägigen Seminar, das die Regionalgruppe Frankfurt im Rahmen des sdw-Projektwettbewerbs 2021/II konzipiert hat, wollen wir Multiplikator*innen ausbilden, die rassistische Strukturen und Muster in der Gesellschaft, Wirtschaft und am Arbeitsmarkt erkennen, Verantwortung übernehmen und antirassistisch handeln.

Unter dem Motto "Sehen, erkennen, handeln" werden wir uns gemeinsam die Werkzeuge zum antirassistischen Handeln erarbeiten. Dabei bildet ein Workshop mit der Bildungsstätte Anne Frank, bei dem wir uns im ersten Teil auf Begrifflichkeiten und Sensibilisierung und im zweiten Teil auf Methoden und Handlungsoptionen fokussieren, unser Grundgerüst.

Bei einer Podiumsdiskussion werden wir uns mit verschiedenen Perspektiven zum Thema Rassismus am Arbeitsmarkt auseinandersetzen und schließlich in mehreren Workshops mit unseren eigenen Rollen und der der Gesellschaft, in der wir leben, beschäftigen. Wir werden uns mit konkreten Beispielen wie dem Anschlag in Hanau 2020 und aktuellen antiasiatischen Angriffen auseinandersetzen und schließlich Methoden zum antirassistischen Handeln erlernen.

Mit unserem Seminar wollen wir vor allem auch Stipendiat*innen und Alumni ansprechen, die sich bisher noch nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Wir freuen uns darauf, an diesen Tagen mit euch zu lernen, zu diskutieren und zu verstehen, um schließlich als Multiplikator*innen aus dem Seminar herauszugehen!

Alumni zahlen nach eigenem Ermessen zwischen 30€ und 60€ für die Teilnahme.
Die endgültige Entscheidung, ob das Seminar als Hybridveranstaltung oder online durchgeführt wird, fällt Ende Juni.
Bei Fragen meldet euch gerne bei unserem Orga-Team: sdw.frankfurt@gmail.com

Das Orga-Team der Regionalgruppe Frankfurt am Main

Seminarablauf PräsenzSeminarablauf Online

Details

Beginn:
12. August 2021, 14:00 Uhr
Ende:
14. August 2021
Anmeldung bis:
27. Juni 2021
Kategorie:
Seminar
Veranstaltungsort:
Frankfurt am Main | Online

Angaben zur Anmeldung

Anmeldungen bitte nur per Mail an sdw.frankfurt@gmail.com senden.