Podiumsdiskussion, Workshops und sdWomen Strategie-Brunch

Ist Gleichberechtigung bedeutungsgleich mit gleichem Recht für alle?

Gelten für Frauen* dieselben Rechte? Auf den ersten Blick schon – auch das Grundgesetz stellt Männer und Frauen gleich. Doch ist Gleichberechtigung im einfachen Recht tatsächlich überall “gleich” verwirklicht? Und wenn wir den Normbegriff weiterdenken - welchen Normen sind Frauen* unterworfen? Welche Normen sind geschrieben, welche sind strukturell verankert, welche setzen wir uns selber?

Ziele

Wir wollen Normen in den verschiedenen Bereichen eures Lebens beleuchten und hinterfragen – in Beziehungen, der Gesellschaft, im Beruf und auch im Gesetz.

Dazu laden wir euch am Freitag zu einer kontroversen Podiumsdiskussion zum Stand der Gleichberechtigung und am Samstag zu spannenden Sessions zu den Themen Mental Load, Familie (im rechtlichen Sinne) und Ehe(vertrag) ein. Am Ende möchten wir alle nicht nur differenzierter über das Thema Gleichberechtigung denken und diskutieren können, sondern uns auch über Handlungsbedarf klar sein und euch praktisches Handwerkszeug mit an die Hand geben, damit ihr für mehr Gleichberechtigung einstehen könnt.

Einladung

Zur Podiumsdiskussion am Freitag laden wir ausdrücklich alle Alumni und Stipendiat:innen der sdw sowie externe Interessierte unabhängig ihres Genders herzlich ein. Die Workshops am Samstag sind Frauen und Menschen, die sich mit dem weiblichen Geschlecht identifizieren, vorbehalten.

Die Teilnahme am Strategie-Brunch steht allen Mitgliederinnen des Netzwerkes sdWomen offen und ist kostenlos. Wir freuen uns das Netzwerk mit Euch allen weiterzuentwickeln!

Referent:innen und Programm*

*noch vorläufig, Änderungen vorbehalten

Podiumsdiskussion am Freitag

Dr. Tobias de Raet ist Partner der Berliner Rechtsanwaltskanzlei lindenpartners im Bereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht. Er berät (börsennotierte) Unternehmen und Start-ups in den Bereichen Aktienrecht, Organhaftung, Venture Capital sowie Cross-Border M&A. Neben seiner Tätigkeit als Anwalt ist Tobias de Raet Mitbegründer der Initiative "Stay on Board", die sich für eine Ergänzung es Aktiengesetzes einsetzt, dass ein Pausieren des Mandats für Vorstandsmitglieder:innen möglich macht. Bisher müssen diese ihr Amt niederlegen, wenn sie wegen Familiengründung, langer Krankheit oder eines Pflegefalls in der Familie vorübergehend ihr Amt nicht wahrnehmen können und verbundene Haftungsrisiken vermeiden möchten. Die Initiative Stay on Board wirbt daher für eine konkrete Anpassung der aktuellen Gesetzeslage.

Dr. Dana-Sophia Valentiner ist Vertretungsprofessorin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Sie forscht u.a. zum Verfassungs- und Gleichstellungsrecht. Im Deutschen Juristinnenbund (djb) setzt sie sich für die politische und wirtschaftliche Teilhabe von Frauen sowie die Verbesserung der juristischen Ausbildung ein. In ihrem Podcast „Justitias Töchter“ diskutiert sie gemeinsam mit Selma Gather regelmäßig Themen feministischer Rechtspolitik.

Eva-Maria Räckers ist als geschäftsführende Gesellschafterin seit 2011 im familiengeführten Unternehmen XBond GmbH & Co. operativ und strategisch tätig. Die Firma XBond GmbH & Co. KG ist als Hersteller für Wechselsysteme (Stahlwechselkoffer), Zulieferer und Technologiepartner für die Automotive und Nutzfahrzeugindustrie seit 40 Jahren etabliert.
Ihre Schwerpunktthemen sind dabei die Bereiche Personalentwicklung, Marketing und Digitalisierungsprozesse. Die Vernetzung von Emotionen in Beziehungen, das Erkennen und Heben von Potentialen, sowie die Leidenschaft der Menschen und Produkte innerhalb und außerhalb des mittelständischen Unternehmens XBond GmbH & Co. KG zu kommunizieren ist ihre ganz persönliche Leidenschaft.
Eva-Maria Räckers ist im Münsterland geboren und mit zwei älteren Geschwistern aufgewachsen und hat in Köln Medienwirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Wirtschaftspsychologie studiert. Die Mutter von zwei Teenagern ist zudem als freiberufliche Künstlerin und Kolumnistin in einer regionalen Wirtschaftszeitung aktiv.

Workshops am Samstag

Mental Load

Frauen tragen auch in gut ausgebildeten und nach eigener Einschätzung gleichberechtigten Haushalten noch heute den Großteil der Care-Arbeit und damit des Mental Loads (= Organisation & Steuerung des Familienlebens). Sie leisten damit zusätzlich zu ihrem bezahlten Job viele Stunden unbezahlter und zum großen Teil „unsichtbarer“ Arbeit. Oft stecken sie aufgrund dieser Doppelbelastung im Job zurück, verlieren Einkommen und Aufstiegschancen.

Aber das Phänomen des Mental Loads, der überwiegend bei Frauen liegt, kommt nicht nur im Privaten vor. Auch im ehrenamtlichen, freundschaftlichen oder beruflichen Kontext sind es oft Frauen, die sich um Geburtstagskarten oder die Organisation von Treffen kümmern.

Das Thema Mental Load in unserer Online-Konferenz zeigt uns auf, dass es Bereiche der Ungleichberechtigung gibt, die wir nicht durch Vorschriften in Gesetzen ändern können, sondern wo sich gesellschaftliche Strukturen und noch immer starre Rollenbilder durch unser Handeln ändern müssen. Und wo wir als Frauen unseren Hang zum Sich-für-Alles-verantwortlich-fühlen überdenken und aktiv neu gestalten müssen, um Gleichberechtigung in unseren Beziehungen stärker einzufordern.

In unserer Session mit Laura Fröhlich wollen wir daher die Mechanismen, die zu Mental Load führen besser verstehen und gemeinsam mit euch diskutieren, wie jede einzelne von euch Mental Load in ihrer Partnerschaft, in der Familie, im Job oder dem Ehrenamt vorbeugen und aktiv entgegenwirken kann.

Laura Fröhlich arbeitet in einer Kommunikationsagentur, ist Journalistin und Buchautorin sowie eine echte Expertin, wenn es um Mental Load geht. In ihrem Buch „Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles. Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen“ beleuchtet sie nicht nur die Ursachen und negativen Auswirkungen des Mental Loads, sondern gibt vor allem viele hilfreiche Tipps, wie der Mental Load zwischen Paaren besser aufgeteilt werden kann.

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Familie (im rechtlichen Sinne)

Vater, Mutter, Kind - das klassische Familienmodell gibt es auch heute noch. Allerdings ist der Familienbegriff in den letzten Jahren doch sehr viel bunter geworden. Längst gibt es vielfältige Familienrealitäten – von der Patchworkfamilie über Single-Moms bis hin zu Co-Parenting-Konzepten und natürlich gleichgeschlechtlichen Elternkonstellationen.

Was bedeutet es rechtlich, eine Familie zu sein? Welche Rechte und Pflichten haben Eltern und wie wird man eigentlich rechtlich zu einem Elternteil? Welche rechtlichen Konflikte können entstehen, wenn das Idyll der Bilderbuchfamilie bröckelt und der Streit ums Sorgerecht ausbricht? … Rechtsanwältin Lucy Chebout wird mit uns das Themenfeld Familie juristisch beleuchten und uns von aktuellen rechtlichen Herausforderungen und Entwicklungen in der Rechtsprechung und Gesetzgebung berichten. Gerade dorthin, wo Lebensrealität und Gesetzgebung sich teilweise in einem unterschiedlichen Tempo entwickeln, wollen wir einen Blick werfen.

Lucy Chebout ist Rechtsanwältin für Familien- und Erbrecht in Berlin bei der Wirtschaftskanzlei Raue. Bevor sie Juristin wurde, hat sie einen M.A. in Gender Studies und Islamwissenschaften erworben. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sind frauen- und geschlechterpolitische Themen im Familienrecht. Aktuell vertritt Lucy Chebout mehrere gleichgeschlechtliche Paare und ihre Kinder vor Gericht, um im Rahmen einer strategischen Prozessführung eine Reform des Abstammungsrechts zu bewirken.

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Ehe & Rechtliches: "Mit einem Ehevertrag kann man eigene Gesetze schreiben"

Es soll der schönste Tag des Lebens sein, ein Fest der Liebe, der romantische Beginn eines neuen Lebensabschnittes – aber wie wirkt sich eine Heirat eigentlich in rechtlicher Sicht aus? Was ändert sich durch die Eheschließung? Dieser Aspekt fällt viel zu oft unter den Geschenketisch, obwohl es das restliche Leben, die Altersvorsorge, Sorgerechtsfragen und die Rollen in einer Ehe wesentlich (mit)bestimmt. Gerade für Frauen ist dieser Vertrag oft von besonderer Tragweite und sollte ebenso viel Aufmerksamkeit bekommen wie die Organisation des Festes - im Idealfall sogar mehr.

Grund genug, sich einmal abseits der Romantik mit dem Thema Ehe auseinanderzusetzen. Was geht mit einer “einfachen” Eheschließung rechtlich einher? Was ist ein Ehevertrag, warum ist er wichtig und wer braucht ihn? Wie und von wem wird er aufgesetzt, was muss ich vorher über mich und meine Lebenssituation und -vision wissen und vor allem: Was sollte drin stehen?

Wir möchten uns einen Überblick über diese Fragen verschaffen, mögliche Fallstricke offenlegen und juristische Strategien aufzeigen. Auch der Austausch über individuelle Erfahrungen ist uns dabei wichtig. So legen wir gemeinsam das Fundament unter dem romantischen Zuckerguss Ehe frei, auf dem Frau auch in dem Fall einer Scheidung und/oder dem Ende der Erwerbsarbeit sicher steht.

Christiane Warnke ist gebürtige Westfälin und Wahl-Münchnerin. Nach dem Studium in Münster hat sie zunächst in zwei Kanzleien gearbeitet, bevor sie sich 1995 selbständig gemacht hat. Seit 2009 betreibt sie ihre Kanzlei Warnke Rechtsanwälte am Standort Zorneding (bei München). Ihr Schwerpunkt ist das Familien- und Erbrecht. Im Jahr 2019 wurde die Kanzlei in die Warnke / Häfner Rechtsanwälte Partnerschaft umgewandelt.
Warnke berät ehrenamtlich den Frauennotruf Ebersberg und ist als Dozentin, Speakerin und Kolumnistin tätig. Sie ist Beirätin im Frauennetzwerk network women Grünwald e.V. und seit Juli 2019 Aufsichtsrätin der „Deine Alternative e.G.“, dem ersten Unverpackt-Laden im Landkreis Ebersberg. Warnke ist verheiratet und hat einen Sohn.

Magdalena Witty ist ausgebildete Design Thinkingerin, Elektromobilitätspionierin und Circular Economy Enthusiastin. Nach dem Studium im Bereich Finance & Organisationsmanagement hat Magdalena als Organisations- und Prozessberaterin gearbeitet. Die sdw-Alumna ist persönlich davon überzeugt, dass Eheverträge ein besseres Image verdienen und ein solides Fundament für eine gleichberechtigte Partnerschaft darstellen können.

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Details

Beginn:
16. April 2021, 19:00 Uhr
Ende:
18. April 2021
Anmeldung bis:
16. April 2021
Kategorie:
Konferenz
Gruppe:
sdWomen
Veranstaltungsort:
Online (Zoom-Konferenz)

Angaben zur Anmeldung

Zur Umsetzung der Veranstaltung erheben wir einen kleinen Umkostenbeitrag. Dieser beträgt voraussichtlich:

Gesamtpaket (Konferenz am Samstag inklusive Podiumsdiskussion am Freitag)
Stipendiant:innen: 25 €
Alumnae: 45 €
Studierende extern: 45 €
Externe Berufstätige: 65 €

Teilnahme an der Podiumsdiskussion (ohne Konferenzteilnahme)
Stipendiant:innen: 5 €
Alumnae: 8 €
Studierende extern: 10 €
Externe Berufstätige: 12 €

Teilnahme am Strategie-Brunch: Ausschließlich für Alumnae und Stips der sdw

Die Zahlungsmodalitäten senden wir Dir nach Anmeldung per E-Mail.

Programmablauf

Freitag, 16. April 2021

ab 19:00
Podiumsdiskussion

Samstag, 17. April 2021

9:30 - 17:30
Sessions zu Mental Load, Familie & Ehe

Sonntag, 18. April 2021

10:00 - 13:00
sdWomen Strategie-Brunch

Rückblick

Anmeldung