Letzte Woche hat der Stuttgarter Alumnus Jan, Statistiker der LMU München, online zu einem offenen Austausch über Corona eingeladen. Hintergrund ist, gemeinsam kontrovers zu diskutieren, ins Gespräch zu kommen und den anderen Menschen (auch mit seiner komplett konträren Meinung) wertzuschätzen – eine Tugend, die insbesondere beim Thema Corona oft von Politik und Medien nicht betrieben wurde. Es zeigt sich eine deutliche Spaltung in der Gesellschaft, die durch Äußerungen und Narrative der Medien und Politik verstärkt wird.

Weiterführung der Veranstaltung am 16.03.

Diese Veranstaltung wird am Dienstag, 16.03.2021 (20:00 - 22:00 Uhr) für StipendiatInnen und Alumni unter dem Titel "Corona - Lasst uns WIEDER miteinander sprechen" weiter geführt: Link zur Anmeldung hier im Alumniportal

Miteinander ins Gespräch kommen

Als Einleitung konnte jeder seine Ängste auf einer Skala von 0 bis 10 einordnen, wie stark die I) Angst vor dem Virus, vor II) finanziellen Auswirkungen der politischen Maßnahmen oder vor III) der Entwicklung in Politik und Medien (unterdrückte Meinungsfreiheit, Diffamierung von kritischen Menschen, Nicht-Beachtung von Kollateralschäden …) ausgeprägt ist. Die Idee stammt aus einem Vortrag des Schweizer Historikers Daniele Ganser, mehr Informationen zum Vortrag unter https://www.nachdenkseiten.de/?p=69769.

Dabei zeichnete sich ein stark kontroverses Teilnehmerfeld ab, da insbesondere bei den Themen Virus und Politik hohe Werte vergeben wurden. Finanzielle Auswirkungen wurden nur partiell als bedrohlich eingestuft.

Im danach stattfindenden Forum, in dem das zentrale Element das offene Zuhören ist, wurden sehr unterschiedliche Meinungen geäußert und wertgeschätzt. In den Meinungen kamen auch die unterschiedlichen Ängste der TeilnehmerInnen zum Vorschein, teilweise auch die Narrative, die sie (vielleicht bisher nicht kritisch-reflektiv-hinterfragend) folgen. Der Einbezug der sdw-lerInnen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen (Biologie/Chemie, Psychologie, Medizin, Statistik, etc.) hat das sdw-Gefühl zum Vorschein gebracht – der offene Austausch über Disziplingrenzen hinweg. Beim virtuellen Anstoßen mit einem Glas Wein kam auch bei einigen die Nostalgie nach den persönlichen Treffen mit sdw-lerInnen auf, in denen nicht selten bis in die späten Nachtstunden offen miteinander gesprochen wurde. Die geplante Zeit wurde aufgrund der regen Diskussion nochmals verlängert und der Wunsch nach einer Wiederholung bekräftigt.

Insgesamt war auch für Jan als Initiator die Veranstaltung gelungen, da es aufgezeigt hat, dass Alumni aus der sdw sich noch respektieren und wertschätzen können, selbst wenn stark konträre Meinungen vorhanden sind. Die Tendenz, Menschen mit anderer Meinung beispielsweise als Covidioten, Corona-Leugner, Gefährder oder Corona-RAF einzustufen, wie dies von Politik oder Medien in den letzten Monaten vorgelebt wurde, sieht Jan bei den Teilnehmern der sdw nicht.

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